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Kanton
08.08.2022
08.08.2022 13:46 Uhr

Arbeitslosigkeit und Kurzarbeit auf tiefem Stand

Bild: sg.ch
Ende Juli waren im Kanton St.Gallen 8684 Personen zur Stellensuche auf einem RAV gemeldet, rund 3700 weniger als vor Jahresfrist. Die Voranmeldungen zur Kurzarbeit liegen mit 750 Mitarbeitern in rund 30 Betrieben wieder auf dem Stand wie vor der Pandemie.

Im Kanton St.Gallen waren Ende Juli 8684 Stellensuchende bei einem Regionalen Arbeitsvermittlungszentrum (RAV) gemeldet. Das sind 397 Personen oder 4,4 Prozent weniger als Ende Juni 2022, erneut ein für die Saison starker Rückgang. Im Vergleich zum Juli 2021 sind 3701 Personen oder 29,9 Prozent weniger auf Stellensuche. Die Zahl der Stellensuchenden liegt tiefer als vor der Pandemie, um 569 gegenüber Ende Juli 2019.

Weniger Arbeitslose in allen Altersgruppen

Die Zahl der Stellensuchenden zwischen 15 und 24 Jahren liegt Ende Juli 2022 um über 40 Prozent unter dem Vorjahreswert, bei 782 Personen. Bei den 25- bis 49-Jährigen wird der Vorjahresstand um rund 2100 Personen oder knapp 30 Prozent unterschritten. Die Zahl der 50-jährigen und älteren Stellensuchenden ist gegenüber dem Vorjahreswert um rund 1100 Personen gesunken, mehr als ein Viertel.

Toggenburg mit stärkstem Rückgang

Die Zahl der Stellensuchenden ist in allen Wahlkreisen im kurzfristigen Vergleich wie auch gegenüber dem Vorjahr zurückgegangen. Am stärksten ist die Abnahme im Monatsvergleich im Toggenburg (-9,3%), am schwächsten im Sarganserland (-1,5%).

Im Vorjahresvergleich liegen die Wahlkreise Rorschach, Rheintal und Wil etwas hinter den übrigen Regionen. In Wil sind es -20,8 Prozent, am anderen Ende, in See-Gaster, -37,5 Prozent. Spezifische Gründe für die Unterschiede sind nicht festzustellen, sie betreffen den Industrie- wie auch den Dienstleistungsbereich.

Kurzarbeit auf Niveau vor der Pandemie

Die Zahl der für Kurzarbeit vorangemeldeten Mitarbeiter ist per Ende Juli auf rund 750 aus 31 Betrieben gesunken. Dies sind 1'000 Personen weniger als im Vormonat. Solche tiefen Werte gab es zuletzt im Jahr 2019, also vor der Pandemie. Betroffen sind vor allem die Metall- und die Maschinenindustrie sowie das Baugewerbe.

Handwerker und Hilfsarbeitskräfte gesucht

Ende Juli waren auf den RAV des Kantons St.Gallen 5885 Stellen gemeldet, rund 1400 mehr als vor Jahresfrist und 550 weniger als im Vormonat. Über 80 Prozent davon stammen aus Berufen, die der Meldepflicht unterstehen.

Am stärksten gesucht sind mit total rund 4900 Stellen Hilfsarbeitskräfte, Dienstleistungsberufe, Verkäufer sowie Handwerks- und verwandte Berufe. Der Anteil Teilzeitstellen beträgt 18,6 Prozent, ist also gegenüber dem Vorjahr (22,3%) etwas gesunken.

Detailinformationen im Statistikportal

Weiteres statistisches Informationsmaterial zu den Arbeitslosen und Stellensuchenden in Form von Grafiken, Tabellen und interaktiven Datenbanken ist auf dem kantonalen Statistikportal zu finden.

Die von der Fachstelle für Statistik publizierten statistischen Informationen unterstehen dem Statistikgesetz des Kantons St.Gallen (sGS 146.1) und dessen Qualitätskriterien.

Ukraine: Situation auf den RAV im Kanton St.Gallen

Die Situation der in die Schweiz geflüchteten Personen aus der Ukraine beschäftigt auch das Amt für Wirtschaft und Arbeit des Kantons St.Gallen und die regionalen Arbeitsvermittlungszentren (RAV). Grundsätzlich können Geflüchtete mit Schutzstatus S in der Schweiz einer bezahlten Arbeit nachgehen. Voraussetzung dafür ist jedoch in jedem Fall eine Arbeitsbewilligung.

Um Ungleichbehandlungen von Geflüchteten aus verschiedenen Nationen auf den RAV auszuschliessen, bewältigt der Kanton St.Gallen die Vermittlung von Ukrainern im Rahmen der bewährten Regelstrukturen. Damit ist auch eine einheitliche Handhabe auf dem ganzen Kantonsgebiet gewährleistet.

Bis Ende Juli 2022 haben 73 Personen aus der Ukraine mit Schutzstatus S die Dienstleistungen der St.Galler RAV in Anspruch genommen; mehr als zwei Drittel davon sind Frauen. 31 dieser Personen haben sich wieder vom RAV abgemeldet.

pez/pd