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23.07.2022

Herbstliche Türwächter

Strahlende Lampenputzer‐Türwächter im Glanz der goldenen Herbstsonne
Strahlende Lampenputzer‐Türwächter im Glanz der goldenen Herbstsonne Bild: jardinsuisse.ch
Angesichts des herrlichen Sommerwetters scheint er noch weit entfernt, aber auch dieses Jahr wird er wieder kommen, der Herbst. Dann ist auch die Zeit fürs Umdekorieren von Balkonen, Terrassen und Hauseingängen da. Hier finden Sie Ideen zu Pflanzenkombinationen, die den Hauseingang in einen floralen Hingucker verwandeln.

Wenn sich der Herbst mit seinen leuchtenden Farben ankündigt, ist die Zeit reif fürs Umdekorieren von Balkonen, Terrassen und Hauseingängen. An die Stelle des verblassenden Sommerflors tritt eine breite Palette herbstlicher Pflanzenschönheiten. Sie zu kombinieren macht Spass – und Lust auf mehr.

Mit Pflanzen zu gestalten ist niemals langweilig. Das gilt insbesondere für den Hauseingang. Immerhin ist dies der Bereich des Hauses, den Gäste als Erstes sehen, wenn sie zu Besuch kommen. Bei Geschäftsräumen ist der erste Eindruck noch mehr wert. Vermittelt doch ein mit Pflanzen aufgewerteter Eingangsbereich einen Eindruck der gelebten hohen Qualität, hoher Wertschätzung und grosser Achtsamkeit.

Eleganz durch Wiederholung – dieses Gestaltungskonzept eignet sich bei Türwächtern ganz besonders Bild: jardinsuisse.ch

Naturmaterialien sind im Kommen

Diese Qualität lässt sich durch Grösse und Form der Kübel sowie durch die Pflanzenzusammenstellung kommunizieren. Schon allein die Vielfalt an Pflanzgefässen, Texturen und Farben ist enorm. Praktisch: Da man sie jederzeit umstellen oder auswechseln kann, ist die Dekoration jeweils mit wenigen Handgriffen mühelos an die Jahreszeit angepasst. Zudem lässt sich mit unterschiedlichen Stilen spielen.

Seit einigen Jahren bereichern immer mehr Recyclingprodukte den Markt für Outdoor‐Pflanzgefässe, beispielsweise Pflanztaschen aus Recyclingfaser‐Gewebe oder umgenutzte Holzkisten aus Weinfassdauben. Auch Naturmaterialien wie Jutefilz oder Kork werden immer beliebter und mischen den Gefässmarkt in Gartencenter und Gärtnereien rund um Terrakotta, Metall, Fiberglas und Kunststoff kräftig auf.

Kontrastreiche Herbstgefäss‐Kombination mit elegantem Blattschmuck‐Akzent Bild: jardinsuisse.ch

Mit leichtfüssiger Eleganz

Lebendig werden die Haustür‐ und Terrassengestaltungen aber erst durch Pflanzen. Wer in der dritten Jahreszeit Farbe in seinen Eingangsbereich zaubern möchte, wählt solche, die robust, standfest und für die Kübelbepflanzung geeignet sind. Immer wieder schön sind Herbstgestaltungen mit Efeu. Immergrün und winterhart, bereichern die Vertreter der Gattung Hedera so gut wie jedes Pflanzenensemble.

In Töpfen gezogener Efeu ist deutlich weniger wuchsfreudig; Befürchtungen, er könne auf Kosten der Fassade die Hauswand emporklettern, sind unbegründet. Dank seinem hängenden Wuchs wirkt es, als würde er aus dem Pflanzbehältnis herausfallen, was der Gestaltung eine leichtfüssige Eleganz verleiht. Farbtupfer aus Besenheide (Calluna vulgaris) und Stiefmütterchen (Viola) geben bunte Sprenkel dazu. Sie alle haben den Vorteil, dass sie ihre Blüten bis ins Frühjahr hinein bewahren.

Ziergräser sind im Herbst ein Muss

Wer Pflanzen unterschiedlicher Höhe und Gestalt kombiniert, schafft kontrastreiche Strukturen. Ziergräser sind daher unentbehrlich, beispielsweise das elegante Lampenputzergras (Pennisetum alopecuroides) oder das Zwerg‐Chinaschilf (Miscanthus sinensis ‘Adagio’), das maximal einen Meter hoch wird und sich bis in den Oktober mit silberweissen Blütenrispen schmückt. Schöne Akzente setzen auch der Blauschwingel (Festuca glauca) oder Carex‐Gräser, die je nach Sorte goldbraun, olivgrün, maigrün oder auch gestreift sind.

Blattschmuckstauden wie das Elefantenohr (Senecio ‘Angel Wings’), Sternwurz (Orostachys iwarenge) oder Purpurglöckchen (Heuchera) bilden das optische Gegengewicht. Für ein eher schattiges Plätzchen sind Kombinationen mit wintergrünen Seggen eine gute Wahl. Auch die Breitblatt‐Segge (Carex plantaginea), deren 2.5 cm breiten Blätter fast an diejenigen des Spitzwegerichs erinnern, oder der dramatisch schwarzviolette Schlangenbart (Ophiopogon planiscapus ‘Niger’) fühlen sich abseits der Sonne am wohlsten.

Traumhaftes Türwächter‐Trio, das jeden Eingangsbereich zum Bijou macht Bild: jardinsuisse.ch

Dicht beieinander macht Eindruck

Grundsätzlich gilt bei der Gefässbepflanzung, dass sich die Grösse des Pflanzgefässes nach den Bedürfnissen der Pflanzen richten muss. Lieber etwas grösser als zu klein: So lautet die Faustregel. Bei der Herbstbepflanzung darf diese ausnahmsweise ignoriert werden. Die Gräser und Stauden haben im Herbst ihren Wuchs fast eingestellt und dürfen im Gefäss dicht nebeneinanderstehen, was das ansprechende Erscheinungsbild noch verstärkt.

Doch auch bei der Trog‐Gestaltung mit Herbstschönheiten gilt: Das Substrat muss gut wasserdurchlässig sein, ansonsten droht Staunässe. Giesswasser braucht es nur wenig, auf Dünger darf komplett verzichtet werden. Wer sich jetzt inspiriert fühlt, seinen Hauseingang herbstlich zu verschönern: Die Profis aus den Schweizer Fachgartencentern und Gärtnereien wissen Antworten auf alle Fragen zu Gestaltung, Pflanzpartnern, Standort und Stil.

Pflanzen mit Schweizer Wurzeln

Schweizer Gärtnereien haben den Anspruch, möglichst nachhaltig zu produzieren. Darum haben sie in den vergangenen Jahren viel investiert, um ihre Produktionsmethoden zu optimieren. Sie verzichten, wo immer möglich auf den Einsatz von Torf und haben ihren Verbrauch von CO2 in den letzten 20 Jahren um 35 % reduziert. Bis 2030 wollen sie ihre Gewächshäuser zu 80 % fossilfrei beheizen und den Torfverbrauch in der Produktion auf unter 5 % senken.

pd/stgallen24