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Wittenbach
07.07.2022

Fragen und Antworten zur Liegenschaftenstrategie

Heute leben in Wittenbach knapp 10'000 Menschen
Heute leben in Wittenbach knapp 10'000 Menschen Bild: Archiv
Die Gemeinde will mit der Liegenschaftenstrategie für den Mittelstand attraktiver werden. Dazu hat sie letzte Woche eine Informationsveranstaltung veranstaltet. Dabei konnten Interessierte ihre Fragen beantworten lassen.

Vergangene Woche besuchten über 50 interessierte Bürger die Informationsveranstaltung zur Liegenschaftenstrategie. Im ersten Teil wurde über die Hintergründe und die Idee informiert. Im zweiten Teil konnten die Besucher an Ständen mit den Mitgliedern der Liegenschaftenkommission in Kontakt kommen und direkt Fragen und Anliegen klären.

Dabei zeigte sich gemäss Beni Gautschi, Präsident der Liegenschaftenkommission, wie unterschiedlich die Meinungen zur vorgeschlagenen Stossrichtung sind. «Einige Anwesende haben bereits Interesse an den geplanten Eigentumswohnungen im Böhl-Quartier angemeldet, andere sehen den Nutzen einer aktiven Bodenpolitik der Gemeinde weniger.» Als Übersicht hat die Gemeinde Wittenbach vier zentrale Fragen und Antworten zur Liegenschaftenstrategie publiziert.

Warum und wie soll die Gemeinde wachsen?

Als «urbaner Verdichtungsraum» wurde der Gemeinde Wittenbach ein Bevölkerungswachstum von 1800 zusätzlichen Einwohner für die nächsten 25 Jahre prognostiziert. Der Gemeinderat sieht in der Wachstumsprognose die Chance, die Bevölkerungsentwicklung aktiv zu steuern, mit dem Grundsatz «Qualität vor Quantität». Künftig sollen insbesondere Personengruppen aus dem Mittelstand angezogen werden. Die Liegenschaftenstrategie zeigt den groben Fahrplan auf, wie dieses Ziel mit den gemeindeeigenen Liegenschaften angegangen werden kann.

Mit welchen Massnahmen können attraktivere Steuerzahler angezogen werden?

Mit attraktivem Wohnraum für den Mittelstand, der sich vom Angebot der Privaten abhebt. Daher sollen insbesondere Wohnungen im Stockwerkeigentum mit einer eher kleinen Zimmerzahl geschaffen werden. Damit kann die Angebotsgruppe von jüngeren und älteren Singles sowie Paaren angesprochen werden.

Im Übrigen hat die Gemeinde ein unterdurchschnittliches Angebot an Stockwerkeigentum. Gemäss der Steuerstatistik des Kantons zahlen Eigentumshaushalte im Schnitt 120 Prozent mehr Einkommens- und Vermögenssteuern als Mieterhaushalte. Ein Quadratmeter Wohneigentum bringt rund 55 Prozent mehr Steuerleistung ein als ein Quadratmeter Mietwohnung.

Bringen zusätzliche Wohnungen und Einwohner mehr Verkehr?

Mit der Verbesserung der Fuss- und Radwege sowie dem geplanten Ausbau des öffentlichen Verkehrs (Verkehrshub am Bahnhof Wittenbach) wird der Verzicht auf das Auto attraktiver. Die Anzahl der Parkplätze bei Neuüberbauungen soll reduziert werden, um übermässigen Mehrverkehr zu verhindern.

Insgesamt wird es mehr Fahrzeuge geben, allerdings soll durch die ÖV-Bevorzugung und attraktive Fuss- und Velowege innerorts weniger Verkehr aufkommen. Dazu tragen auch flankierende Massnahmen bei, wie zum Beispiel die Einführung der Tagesparkierung.

Finden die Einwohner noch genügend Grünflächen vor, wenn weiter gebaut wird?

Die meisten Gebiete, in denen gemäss dem Gemeindeentwicklungskonzept Entwicklungspotenzial besteht, liegen bereits in der Bauzone. Damit wird die Innenverdichtung angestrebt und wenig zusätzliche Bauzone am Siedlungsrand beansprucht. Verdichtetes Bauen heisst jedoch nicht, dass es kein Grün und keine Freiräume mehr gibt. Die Gestaltung von Freiräumen spielt im Gemeindeentwicklungskonzept wie auch bei den einzelnen Projekten, die aus der Liegenschaftenstrategie folgen, eine tragende Rolle.

am Puls/Isabel Niedermann