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Leserbrief
Magazin
29.04.2022
29.04.2022 15:29 Uhr

Filmgesetz – ein Grundsatzentscheid

Oliver Wick, Vizepräsident Jungfreisinnige Kanton St.Gallen
Oliver Wick, Vizepräsident Jungfreisinnige Kanton St.Gallen Bild: zVg
Am 15. Mai stimmt die Schweiz über das Filmgesetz ab, besser bekannt als «Lex-Netflix». Diese Abstimmung wird auch ein wegweisender Entscheid für zukünftige Vorlagen sein, bei denen es um den Einsatz von Steuergeldern geht, schreibt Oliver Wick in seinem Leserbrief.

Man führe sich folgendes vor Augen: Jeder Kinoeintritt eines Schweizer Films im Jahr 2019 wurde mit 100. Fr direkt vom Steuerzahler/Steuerzahlenden unterstützt, bei durchschnittlich 3600 Kinobesuchen pro Film schweizweit. Bei Streaming-Plattformen macht die Nachfrage nach Schweizer Filmen gar 0-1% aus.

An mangelnder Vielfalt liegt das nicht, denn ein neuer Schweizer Film wird im Schnitt fast jeden Tag zu Ende gedreht. Es ist also illusorisch zu denken, dass mehr Steuergeld zu mehr Qualität führt. Bereits jetzt erhalten Filmschaffende 120 Millionen pro Jahr. Obwohl die Beiträge in den letzten 10 Jahren schon um 50% gestiegen sind, erkennen wir heute keine ernstzunehmenden Resultate.

Die Schweizer Bevölkerung muss sich fragen, ob sie einer bereits so stark subventionierten Branche noch mehr Geld schenken soll. Sagen wir Nein zum Filmgesetz, legen wir die Weichen für eine leistungsorientierte Subventionspolitik und Filmproduktion in der Zukunft.

Oliver Wick, Vizepräsident Jungfreisinnige Kanton St.Gallen