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Leserbrief
In-/Ausland
01.08.2022
01.08.2022 21:59 Uhr

«Meinungsfreiheit ade!»

Nationalrat Roger Köppel durfte nicht auftreten
Nationalrat Roger Köppel durfte nicht auftreten
Roger Köppel wurde als 1.-August-Redner von Spreitenbach ausgeladen, nachdem Drohungen gegen den «Weltwoche»-Verleger eingegangen waren. stgallen24-Leserin Maria Hufenus hat dazu eine dezidierte Meinung.

Im aargauischen Spreitenbach fand die öffentliche Bundesfeier am 1. August nach Gewaltdrohungen ohne den Festredner und Zürcher SVP-Nationalrat Roger Köppel statt. Dies entschied der Gemeinderat. Er hielt die Sicherheit der Gäste und des Festredners für gefährdet.

Am Freitag sei bei der Gemeindeverwaltung ein anonymes Schreiben mit konkreten Gewaltdrohungen eingegangen, teilte die Gemeinde Spreitenbach am Sonntag mit. Sie reichte Strafanzeige gegen Unbekannt ein und analysierte die Lage zusammen mit der Polizei.

Auch mit umfassenden Sicherheitsmassnahmen hätte auf dem offenen Platz vor dem Gemeindehaus kein gewünschter Schutz erreicht werden können, befand der Gemeinderat. Ein Wechsel des Veranstaltungsorts kam für das Gremium nicht in Frage.

Der Spreitenbacher Gemeinderat (1x Mitte, 1x FDP, 2x SVP, 1x parteilos) bedauerte den Entscheid «ausserordentlich». Er verurteilte zudem das Drohschreiben «in aller Form». Anonyme Schreiben seien feige und stünden im totalen Widerspruch zu den Werten, die am Nationalfeiertag gefeiert würden.

Nationalrat und «Weltwoche»-Verleger Roger Köppel war von der Gemeinde im vergangenen Jahr für die Festrede am diesjährigen 1. August eingeladen worden.

Der Gemeinderat äusserte sich erstaunt darüber, dass Menschen selbst vor Gewaltdrohungen nicht zurückschrecken würden. «Der Gemeinderat war überzeugt, dass die Spreitenbacher am Schluss so tolerant wären, auch andere Meinungen zuzulassen und sich vielleicht ein eigenes Bild vor Ort machen würden.»

Trotzdem knickten die Spreitenbacher ein und luden Roger Köppel wegen des anonymen Schreibens wieder aus. Das versteht stgallen24-Leserin Maria Hufenus aus St.Gallen gar nicht:

«Roger Köppel wurde als Festredner ausgeladen. Meinungsfreiheit ade! Es gibt nichts mehr zu feiern am 1. August.»

stgallen24/Maria Hufenus, St.Gallen